Zur Entstehung des Museums Tuppenhof und des Museumsfördervereins
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Warum gibt es ein Museum Tuppenhof?
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In den vergangenen Jahrzehnten ist vieles an historischer Bausubstanz verloren gegangen. Durch die Flurbereinigung nach dem 2. Weltkrieg wurden Bauernhöfe aus den Ortschaften ausgesiedelt, die Ortskerne saniert, was gleichbedeutend mit dem Abriss der alten Hofstellen war.
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Der Tuppenhof ist in seiner Art einmalig. Alle Gebäudeteile haben hier ihren Ursprung. Bei der Sanierung wurden in den 1990er zahlreiche Dokumente und Keramiken gefunden, die heute in einer kleinen Ausstellung den Besuchern zugänglich gemacht werden. |
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Der Fund der Dokumente ist sicherlich außergewöhnlich. Nicht nur durch die Umstände, durch die er ans Licht gelangte, sondern auch durch seinen Inhalt. Es handelt sich um ein Archiv eines kleinen Bauernhofes. Bei Adelshäusern oder Klöstern ist ein Archiv normal, nicht jedoch bei einer kleinbäuerlichen Hofanlage. Diese Sammlung von Urkunden ist auch deshalb besonders wertvoll, weil sie nicht nur Dinge enthält, die sich auf den Hof selbst beziehen und die persönlichen Verhältnisse seiner Inhaber wiederspiegelt, sondern auch auf die öffentliche Stellung der Hofesinhaber verweist.
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Zwischen 1770 und 1777 bekleidete beispielsweise der damalige Besitzer des Hofes drei öffentliche Ämter. Er war zum einen Honschaftsvorsteher der Ahner Honschaft, die aus den Siedlungsflächen Driesch, Rottes, Heide, Wattmannstraße, Alt-Vorst und Linning bestand. Außerdem war ihm das Amt eines Försters des Büttger Waldes übertragen. Als Inhaber dieses Amtes kam ihm eine wichtige Funktion bei der Verteilung des Schlagholzes auf die Nutzungsberechtigten zu; außerdem hatte er den Wald vor Holzfrevel zu bewahren. Am wichtigsten und einträglichsten war jedoch seine Funktion als Steuereinnehmer für Büttgen. Das erhaltene Steuerbuch des Matthias Klitzen ist ein für die Büttgener Geschichte bedeutsames, einzigartiges Dokument, weil es gleichzeitig als ältestes Einwohnerverzeichnis von Büttgen gelten kann.
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Durch die Dokumente werden Funde auf dem Tuppenhof belegt. So z.B. durch eine amtliche Warnung vor Viehseuchen am Niederrhein um 1770, die das Todesdatum eines im Bereich des ehemaligen Kuhstalles gefundenen Rinderskeletts um diese Zeit wahrscheinlich macht. Oder Rechnungen, die über 100 Jahre alt sind, aus denen Abläufe der Anbauten rekonstruiert werden können. Gerade hieraus ergeben sich Erkenntnisse zur kommunalen Geschichte der ehemaligen Gemeinde Büttgen und ihrer einzelnen Ortsteile, die bisher unbekannt waren.
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Herr Spix hat einen Forschungsauftrag mit der Maßgabe, in zwei Büchern die Ergebnisse über die Dokumente und die Geschichte des Hofes sowie seiner Bewohner zusammenzufassen. Beide Bücher, Band 1 über das Archiv Tuppenhof liegt und Band 2 über die Leute vom Tuppenhof liege vor und können im Museumsladen erworben werden.
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