1. Digitaler Unabhängigkeitstag in Kaarst im Tuppenhof
von Frank Ahlert
Immer mehr Menschen erkennen mittlerweile, dass wir uns seit Jahren freiwillig in die Abhängigkeit der BigTech-Unternehmen begeben haben. Diese setzen ja auch geschickt alles daran, uns möglichst lange in ihren abgeschlossenen Plattform zu halten, damit sie maßgeschneiderte Werbung platzieren und durch gezielte Filterung von Informationen manipulieren können. Denn das ist ihr Ziel - nicht die freie Kommunikation der Nutzer:innen. Und an einem sind alle diese Oligarchen ausdrücklich nicht interessiert: an der Demokratie.
Nicht nur für Privatleute, Vereine, Verwaltungen und Unternehmen, sondern gerade auch für KulturSchaffende ist die digitale Souveränität wichtiger denn je.
Und es gibt Hoffnung: wir können uns die Freiheit wieder zurückholen; und das mit viel Spaß und vor allem gemeinsam.
Gegenseitige Hilfe gibt es bei den monatlich bundesweit stattfindenden ca. 600 DIDs (Digital Independence Days).
In Kaarst trafen sich am 08. März auf dem Tuppenhof 30 Interessierte zum DID Kaarst – auch aus der Kultur.
Gerade bei KulturSchaffenden rückt mittlerweile immer mehr ins Bewusstsein, dass die Rechte am eigenen Werk in Gefahr sind. Denn bei Meta und X an tritt man die Nutzungsrechte an ebendiese Unternehmen ab. Darüberhinaus werden die firmeneigenen KI-Modelle mit den künstlerischen Werken trainiert. Ein Albtraum für die freie Kunstszene.
Beim DID Kaarst fanden sich 30 Neugierige ein, um sich über die demokratiefeindlichen Gefahren, aber auch über die Wege aus diesen Abhängigkeiten zu informieren.
Themen waren Messenger-Alternativen zu WhatsApp, Browser und Suchmaschinen ohne Google und das inspirierende Feld des Fediverse, einem globalen Netzwerk unterschiedlichster Plattformen, die dank eines einheitlichen Protokolls (Software-Sprache) miteinander kommunizieren können. Niemand wird ausgeschlossen, alle können bei diesem dezentralen (!) Netzwerk mitmachen. Es gibt kein kommerzielles Interesse. Und das beste: es gibt keinen Algorithmus, der Empörung, Hass oder Hetze nach oben spült. Wir entscheiden frei, was wir sehen möchten – und auch, was wir nicht sehen möchten.
Von der Kaarster Linux User Group (KaaLUG) wurde das stabile und weitverbreitete Betriebssystem Linux präsentiert. Fun Fact: Die meisten Website-Server weltweit und auch die ISS-Raumstation laufen auf Linux. Windows und auch MacOS können durch Linux ersetzt werden.
Deswegen wird es beim nächsten DI.DAY speziell um Linux gehen. Bringt Eure (vorab gesicherten!) Windows-Rechner mit. Auch alte Macs können umgerüstet werden. Die Leute von KaaLUG helfen Euch beim Umstieg zu diesem unabhängigen Betriebssystem.
Dann gehen wir gemeinsam einen weiteren Schritt in Richtung digitale Unabhängigkeit.
Frank Ahlert
Ein großer Dank geht an den Tuppenhof, der dieses Projekt unterstützt – und an Matthias, der sich um Technik und Verpflegung und vieles mehr gekümmert hat.